Zum frommen Andenken

 

an unsere innigstgeliebte, treubesorgte, unvergessliche Gattin, Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante.

So steht es meistens auf den Leidhelgli, Sterbebildern, Leidbild, Leidbildchen, Totenbild, Sterbebild, Sterbezettel, Trauerbild und Trauerzettel, Leichenzettel, Grabzettel.

Die Namen für die Bildchen, die als Andenken an Verstorbene verteilt werden, variieren je nach Region. Bei uns ist der Begriff Leidhelgli gebräuchlich.

Leidhelgli werden zum Anlass des Begräbnisses an die anwesenden Trauergäste verteilt oder später der Danksagung beigelegt und per Post verschickt. Es handelt sich um gedruckte Zettel im Papierformat DIN-A-7. Bei mehrseitigen Leidhelgli wird auf der ersten Seite häufig ein Heiligenbild oder auch ein Bild des Verstorbenen abgedruckt, mit den Lebensdaten und manchmal einigen biographische Angaben. Dazu kommt ein Text aus der Bibel, ein Gebet, manchmal auch ein Hinweis auf einen Ablass.

Die Helgli lagen meistens im Messbuch, so gedachten die Kirchengänger während des Gottesdienstes wiederholt der Verstorbenen, denn Text und Bild dienten klar als Aufforderung zum Gebet für die Armen Seelen im Fegfeuer und für die Abkürzung ihres Sühneleidens.

Später verschwanden sie in einer Schuhschachtel, nähere Verwandte hat man in den Rahmen eines Bildes, das in der Stube hing gesteckt. Nach Jahren werden sie dann weggeworfen.

Zu vielen Personen sind die Leidhelgli häufig die einzig beschriftete Bildquelle.

Im Laufe der Jahrzehnte erfuhr dieses Brauchrequisit eine starke Wandlung: Die Porträts der Verstorbenen wurden allmählich grösser, und die religiöse Dimension trat immer mehr in den Hintergrund. Heute haben die Bildchen in erster Linie Erinnerungscharakter, das Andenken an die verstorbene Person steht im Vordergrund und nicht mehr die Bitte um ihr Seelenheil.

Die ersten Leidhelgli wurden ab circa 1920 von den lokalen Druckereien gedruckt. So unter anderem 1920 von Fr. Huber Pap. Muri und Typ. Kasimir Meyer’s Söhne Wohlen. 1925 sind die ersten Bilder von Jos. Huber Boswil.

Die Leidhelgliausstellung im Ortsmuseum zeigt die ganze Entwicklung dieser Kultur der Totenehrung, sie sind im Museum in alphabetischer Reihenfolge präsentiert sodass die Familienzugehörigkeit ersichtlich ist.

Unter dem folgenden Link sind unsre Vorfahren in einer Datenbank erfasst: Portait Archiv

Die Ausstellung wird laufend ergänzt und ist bis auf weiteres im Museum zu sehen.