Kulturverein Boswil

3. Grenzwanderung, Samstag, 23. August 2025

Bericht im «Der Freiämter» vom 26. August 2025 Auf der Grenzwanderung erfuhren Interessierte viel Spannendes aus vergangenen Tagen Es ist die dritte und die letzte Etappe rund um die Gemeindegrenze von Boswil. Der Kulturverein vermittelte den Teilnehmenden dabei die jetzige Natur und vergangene Geschichten – vom Bünzersee, vom Torfabbau und von der einstigen «Arbeiterkolonie» Murimoos. Annemarie Keusch Ein See zwischen Muri, Aristau, Besenbüren, Bünzen und Boswil? Den gabs. Und auch Boote gabs. «Aber nicht als Verkehrsmittel, sondern nur zum Spass und Vergnügen», betonte Roland Stöckli. Er und Benedikt Stalder führten zwei Gruppen durch den östlichen Teil der Boswiler Gemeindegrenze. Dies war nötig, weil gegen 70 Personen der Einladung des Kulturvereins folgten. Dass es in Besenbüren gar einst einen Ort gab, der Schiffländi genannt wurde, war eine der vielen spannenden Anekdoten, die sie auf der knapp sechs Kilometer langen Wanderung erfuhren. Der Bünzersee entstand vor rund 12 000 Jahren, als sich der Gletscher zurückzog und einen rund drei Quadratmeter grossen See zurückliess. «Wer sich nun etwas wie den Zürichsee vorstellt, der irrt», weiss Stöckli. Vielmehr sei es ein grosses Sumpfgebiet gewesen. Und eines, um das intensiv verhandelt wurde. Einst gehörte der See einem Mühlebesitzer in Bünzen, später diskutierte eine Kommission über dessen Aufteilung. Als der See mehr und mehr verlandete, begannen die Gemeinden ihn für sich zu nutzen. Drainagen folgten – und der Torfabbau. Urs Werder, Präsident des Kulturvereins, wusste zu berichten, dass das Niveau hier zwischen Boswil und Bünzen einst rund acht Meter höher gewesen sein musste. Ein weiterer Beweis für die vielen Jahre, die seit der Existenz des Bünzersees vergangen sind. Torf wächst nämlich pro Jahr rund einen Millimeter. Hier wurden einst sechs Meter davon abgetragen. Mit Zementsäcken Gebäude begradigt Halt machte die Wanderung auch im Niedermoos. Ein rund viereinhalb Hektaren grosses Gebiet, das die Ortsbürgergemeinde Boswil nach dem Torfabbau zum Naturreservat machte. Von den damals zwei Weihern ist einer übrig geblieben. Ein Ort, den selbst viele Boswilerinnen und Boswiler nicht kennen, liegt doch der Fokus in Sachen Naherholungsgebiet klar beim Feldenmoos, westlich der Gemeinde. 1978 wollte der Gemeinderat das Niederund das Feldenmoos der Bevölkerung zugängig machen – daraus resultierte im selben Jahr die Gründung des Fischervereins. Fische gibt es aber im Niedermoos keine. «Das Wasser weist zu wenig Sauerstoff auf», erzählte Roland Stöckli. Möglichst nah entlang der Grenze passierte die Wanderung auch das Murimoos. In den 1930er-Jahren als Arbeiterkolonie gegründet, um arbeitslosen und sozial randständigen Männern zeitweise eine Unterkunft und Arbeit zu bieten, ist es mittlerweile ein moderner Betrieb mit Bio-Gemüsebau, Werkstätten, Läden, einem Restaurant, einer Storchenkolonie, Biogasanlage und so weiter. Seit 2018 leben auch Frauen hier. Und das Murimoos ist ein Ort, an dem Geschichten entstehen. Etwa jene, als die Institution die grossen Gebäude baute und der Verwalter bemerkte, dass das Verwaltungsgebäude schief stand. Offenbar wurde im Moorboden zu wenig tief fundamentiert. Immerhin stand das Gebäude auf einer armierten Bodenplatte. Sodass der Verwalter dies ganz pragmatisch löste und im höher liegenden Kellerabteil Zementsäcke stapelte, bis das Gebäude wieder im Lot stand. Güggeler heisst heute Maiglück Auf dem weiteren Weg erklärte Stöckli auch ein paar Flurnamen. Das Gebiet Stritmatten, dessen Name genau auf Streit zurückzuführen sein könnte, wie auf den einstigen Schweizerdeutschen Betriff Strit oder Stritli für eine kriechende, rankende Pflanze. Oder die Böshoolweid zwischen Boswil und Muri. «Bös» verweise auf den bösen, schlechten, sumpfigen Boden, «hol» stehe für den Hohlweg zwischen zwei Borden und «weid» bedeute, dass sich hier das Land nur für den Weidegang und nicht als Ackerland eignete. Das ist längst anders. Die Bünz wurde tiefergelegt, das Grenzbächli als Vorfluter kanalisiert. Die Bedeutung des Flurnamens ging verloren. Aber die Geschichten bleiben. Auch jene des einstigen Schlossherrn, der viele Arme anlockte und misshandelte und seither im Weiher büssen muss. Und Stöckli erzählte auch, wie sich Flurnamen verändern können. Längst nennt das ganze Dorf den Ort Maiglück, aber einst hiess er Güggeler. Weil hier einst Züchter und Händler von Hähnen, also Güggel, lebte. Das Gekrähe und Gegacker störte hier ausserhalb des Dorfes niemanden. 22 Kilometer lang ist die Gemeindegrenze von Boswil. In drei Etappen machte sie der Kulturverein der Bevölkerung in Wanderungen erlebbar. Detailinformationen

Museumsbesuch Strohdachhaus Kölliken

Museumsbesuch im Strohdachhaus in Kölliken Samstag, 27. Sepember Am Samstag, 27. September besuchten eine schöne Anzahl Personen auf Einladung des Kulturvereins eines der letzten fünf Aargauer Strohdachhäuser in Kölliken. Das sogenannte «Sauzmehus» ist ein Aargauer Strohdachhaus, welches 1802 erbaut wurde. Die Besitzerfamilie Suter besass eine kantonale Lizenz zum Salzverkauf, deswegen nannte man sie «s’Sauzmes». Das Haus ist ein Ständerbau mit vier Hochstüden und bestand ursprünglich ganz aus Holz. 1941 wurde der Stall in Stein erneuert. Das Walmdach hat eine Fläche von 900 Quadratmetern und war ursprünglich mit Stroh gedeckt. 1983 und wieder 2020 erneuerte man die Eindeckung durch 40 Tonnen Schilf. Das Haus befindet sich seit 1981 im Besitz der Einwohnergemeinde Kölliken, seit 1987 ist es ein Museum. Es zeigt die Lebensweise einer wohlhabenden Bauernfamilie im 19. und frühen 20. Jahrhundert, gibt Einblick in alte Handwerkstechniken und vermittelt Themen aus der Kölliker Dorfgeschichte.

Wechselausstellung 2025

200 Jahre Schützengesellschaft Boswil Einst von einem Pfarrer gegründet  Eigentlich dürfte die Geschichte noch länger sein. Aber die ältesten Urkunden der Schützengesellschaft Boswil stammen aus dem Jahre 1825. Eine bestehende Gesellschaft wurde damals schon erwähnt, aber 1825 standen die ersten Statuten im Zentrum. Und es ging um ein erstes Schützenhaus. Doch der Anfang war nicht einfach – nach einer Baisse in den späten 1830-Jahren legte der Verein aber so richtig los. Es wurden Jahr für Jahr mehr Mitglieder. Strukturen mussten her. Der Vorstand vom Jahre 1857 nahm sich dafür die Mühe. Der geschäftliche Teil wurde aber erst nach Abendessen und Tanz angegangen. Damals war es Mode, dass die Vereine sich zuerst vergnügten. Meistens waren ein Handörgeler und Geigenspieler bereit, ebenfalls einige Töchter des Dorfes für den Tanz.  Die Gründung der Schützengesellschaft ging auf Pater Ignaz Infanger zurück, einem Murianer Klostermönch. Kurz nachdem in Aarau der Schweizerische Schützenverein gegründet wurde, reagierte Infanger. Aus Angst, dass sich die jungen Freiämter dem in Aarau gegründeten Verein anschliessen und dessen liberale Haltung übernehmen. 28 Männer traten bei, zahlten die sieben Franken und drei Batzen. Die kirchlichen Verhältnisse waren aber nicht der einzige Grund, der am Ursprung der Schützengesellschaft liegt.  Anfangs des 19. Jahrhunderts wuchs Boswil stark, ein Viertel der Bevölkerung bezog von der Gemeinde Sozialhilfe in Form von Suppe und Brot. Arbeitslose junge Männer lungerten in den Wirtschaften umher. In der Schützengesellschaft hatten sie nun Beschäftigung.   Über die 200 Jahre hinweg hat sich die Schützengesellschaft immer wieder neuen Gegebenheiten angepasst, sich Modernisierungen unterzogen, Schwierigkeiten überwunden, Feste und sportliche Erfolge gefeiert. Meilensteine 1825:             Gründung 1859:             erstes Grümpelschiessen (heute Chilbischiessen) 1889:             neue Vereinsfahne 1905:             Bau altes Schützenhaus 1958:             neue Vereinsfahne 1985:             Neubau Schiessanlage 1994:             Erweiterung Schützenhaus 2022/2023:    Umbau Schützenstube Renovation Sanitäre Anlagen 2023:             Aargauer Kantonalschützenfest 2025:             neue Vereinsfahne Schützengesellschaft 1949 Präsidentinnen, Präsidenten der letzen 100 Jahre 1925  Josef  Müller            1926   Josef Huber 1927   Josef Müller, Weinhändler 1931   Albert Keusch 1943   Willi Notter 1945   Josef Notter (1912) 1946   Alois Huber 1948   Gallus Keusch 1952   Walter Keusch 1954   Gallus Keusch 1956   Josef Notter (1901) 1957   Josef Keusch 1960   Eduard Zeier 1962   Werner Abt 1963   Gallus Keusch 1966   Albert Keusch (1941) 1981   Hans Stocker 1982   Rolf Müller 1985   Walter Stöckli 2005   Köbi Keusch 2021   Annemarie Keusch